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Jubi 2006

 Düsseldorf 28. - 30. Juli 2006 


Ein galaktischer Bericht von Jack!


PROLOG

Der Weltraum... endliche Weiten in einer kleinen Galaxie gar nicht mal so weit, weit entfernt.

Der kleine Raumgleiter bahnt sich zielsicher seinen Weg durch das rabenschwarze Weltall. Der Gleiter ist auf direktem Weg nach „Panos Prime", wo die beiden Passagiere nach einer heiklen Mission zum Rapport antreten müssen. Unweit ihres Zielorts stoßen aus einem großen Nebel drei Kampfflieger hervor und setzte sich durch geschickte Manöver neben und vor den Raumgleiter. Dieser empfing fast zeitgleich eine Funkmeldung: „Agenten Laurelus und Hardus, willkommen in der Heimat. Stellen sie auf Autopilot, wir erledigen den Rest für Sie. Machen Sie es es sich für den Rest der Reise bequem, der große Z’am-P‘ano erwartet bereits Ihren Bericht". Statisches Knacken signalisierte Hardus, daß die Mitteilung beendet war und stellte wie geheißen auf Auto-Pilot um.

„Fein, fein" meinte Laurelus „der große Z’am-P’ano freut sich auf uns. Das ist aber nett" und kratze sich zufrieden den Kopf. Hardus wußte um die Unbedarftheit seines Partners und im Gegensatz zu diesem, machte sich Unwohlsein breit. Sie haben ihrem Herrscher nicht Gutes zu berichten und Hardus spielte im Geiste schon mal sämtlichen cholerischen Anfälle des Z’am-P’ano‘s durch. Er machte sich große Sorgen und als er Laurelus zufriedenen Gesichtsausdruck sah, verspürte es großes Verlangen, ihm eine Ohrfeige zu verpassen.

Nachdem der Gleiter sein Ziel erreicht hatte und in seine Parkposition gebracht wurde, wurden Laurelus und Hardus durch eine Eskorte zum Thronsaal geführt, wo sie bereits erwartet wurden.

Der Thronsaal war von enormer Größe und die beiden schritten langsam den von Wachen gesäumten Weg in Richtung Thron entlang. An den Wänden hingen unzählige Glaskästen mit Skeletten veschiedener Spezies – zweifelos Memorabilia vergangener Invasionen der P’anosianer; alle peinlichst genau ausgerichtet und mit edlen Schildern versehen, die die Herkunft benannte. Vulkanier, Predator, Tribbles, Marsianer, Melmacaner um nur einige zu nennen.

Laurelus fühlte sich immer sehr unwohl, wenn er sich diese wertvollen Artefakte der P’anosianer anschaute. Sein Blick verharrte an dem einzigen leeren Schaukasten auf dem jedoch bereits ein Schild mit der Bezeichnung „Erde" angebracht war. Laurelus war immer ziemlich stolz gewesen, als er für diese so wichtige Sondermission ausgewählt wurde und es war wieder nur seinem schlichten Gemüt zu verdanken, daß er den Ernst seiner derzeitigen Situation nicht ganz verstand. Hardus folgte seinen Blicken, nur daß ihm mehr als unbehaglich wurde angesichts des Rapports beim Z’am-P’ano.

Der Große Z’am-P’ano schnaubte bereits vor Wut; „die glorreiche Zeit der P’anosianer scheint endgültig vorbei zu sein" dachte er sich angesichts dieser traurigen Gestalten, die da auf ihn zuschritten- der eine dumm grinsend, der andere rotgesichtig schwitzend.
P’anosianer sind von humanoider Gestalt, aber er hat sich über dieses Agenten-Duo immer gewundert, das optisch gegensätzlicher nicht hätte sein können. Einer seiner Diener hatte sie mal „Dick & Doof" genannt und der Z’am-P’ano konnte sich diesem Vergleich nicht verschließen. Trotzdem mußte er den Diener hinrichten lassen, denn Witze macht hier nur der Herrscher.

Er hatte seine ganze Hoffnung auf die Invasion de Erde gesetzt ( das fehlende Skelett in seiner Sammlung ärgerte ihn natürlich auch); seine Scouts hatten ihn bereits von dem Misserfolg von Laurelus und Hardus informiert und er konnte seit Tagen deren Rückkehr kaum erwarten. Lediglich die zu erwartende Desintegration seiner beiden „Top-Agenten" konnte ihn milde stimmen und davor bewahren, vor Neugierde und Wut zu platzen.

„Großer Z’am"... „Mächtiger P’ano"... „Herrscher der Galaxis"...die Lobhuldigungen von Laurelus und Hardus nahmen kein Ende. So wie sie es gelernt hatten, verbeugten sie sich ergeben und vermieden jeglichen Blickkontakt mit ihrem Anführer.

„Spart Euch diese schleimigen Höflichkeitsfloskeln" schrie dieser sie an um dem ein Ende zu machen und hämmerte wütend mit beiden Fäusten auf die Lehnen seines Throns. Ein goldene Verzierung brach ab und der Z’am-P’ano ahnte bereits, daß dieser Tag noch einige böse Überraschungen für ihn bereit hielt. „Haaa, meine beiden besten Spione sind wieder da" sprach er mit röchelnder Stimme und Hardus entspannte sich "es schien wohl doch nicht so schlimm um sie zu stehen", dachte er.

„Ihr Furunkel an meinem hochherrschaftlichen Hintern...Versager auf der ganzen Linie seid ihr , eurem Herrscher ohne Ergebnis unter die Augen zu treten." Laurelus war versucht, sich die Spucke aus dem Gesicht zu wischen, aber selbst er hat erkannt, daß ihnen Ärger blüht. "Blöde Thumbler" dachte er sich.

Z’am-P’ano setzte nach," Welchen Teil zwischen „Invasion" und „Erde" habt ihr nicht verstanden, hä? Vor einem Jahr wollten wir bereits damit starten und die Zeichen standen gut. Lediglich unser Agent auf dem nordamerikanischen Kontinent, äh,äh...", „Florida" warf Laurelus stolz ein. „Äh, weiß ich natürlich" fuhr ihn der Z’am-P’ano an, „äh, wo war ich? Ach ja, genau dieser Agent hat uns gewarnt vor einer sektenähnlichen Gruppe in Europa, die wohl das Potential hätte, unseren Angriffstruppen zu trotzen. Lachhaft, aber er war davon überzeugt, daß diese Gruppe das Böse schlechthin sei und sich bislang seinen Verwirrungstaktiken entziehen konnte." „Was macht der eigentlich heute?", wollte Hardus wissen um geschickt vom Thema abzulenken.

„Keine Ahnung..." erwiderte der Z’am-Pano und er schien ein wenig nachdenklich zu werden „aber unsere Kryptologen kommen mit seinen Memos, die er regelmäßig ins irdische Kommunikations-Netzwerk sendet, auch nicht mehr zurecht. Das klingt alles ziemlich wirr...na ja, spielt ja auch keine Rolle mehr. Auf jeden Fall hatte er uns zugesichert, daß er das Gefüge dieser Elite-Einheit binnen eines Jahres schwächen werde. Ein wenig Zwietracht hier, ein paar Anschuldigungen da und Gruppen-Stabilität und Zusammenhalt werden binnen eines Jahres verschwunden sein".

Er schaute auf und fixierte mit strenger Mine seine Agenten: „Euer Auftrag war es, dies zu überprüfen und nach erfolgreicher Untersuchung der bereitstehenden Flotte das Kommando zur Invasion zu geben". Er stand auf und schrie sie erneut an „WAS IN P’ANOS NAMEN IST DA UNTEN PASSIERT???? – Ich warne euch, ich möchte einen lückenlosen Bericht über die Ereignissse des ganzen Wochenendes haben und wenn mir nicht gefällt was ich höre, dann hat euer letztes Stündlein geschlagen, so wahr ich Z’am- P’ano, P’im-P’anos Sohn, bin.

Laurelus und Hardus nahmen sich gegenseitig in die Arme und fingen mit bibbernder Stimme und schlotternden Knien an zu berichten über...


...das Wochenende, an dem Thumb das Ende der Welt verhinderte


Eine Woche zuvor: Deutschland, Europa, Erde, Bergisch Gladbach ,Donnerstag 27.Juli 2006, Erdenzeitrechnung:

Die Bewohner der Altenberger-Dom-Straße waren es längst gewohnt, in unregelmäßigen Abständen mit lauter Techno-Musik belästigt zu werden, die aus den Fenstern einer Wohnung in Haus 125 drang. Vor Jubis und sogenannten Conventions erst recht - drückte sie doch die Vorfreude aus, die Beate bei ihren letzten Vorbereitungen begleitete. Während sie sich singend und tanzend durch ihre Wohnung bewegte, fiel es Laurelus recht schwer ihr permanent auszuweichen. Seine Tarnvorrichtung sorgte zwar dafür, daß ihn niemand sehen konnte, aber er mußte direkte Kontakte vermeiden, da ihn diese verraten würden.

So blieb ihm nichts anderes übrig als den ungelenken Rythmus der Musik zu berücksichtigen und sich den Bewegungen von Beate anzupassen. Nein, diese schreckliche Musik war eindeutig nicht für p'anosianische Gehörgänge entwickelt worden und er war geneigt, seinen Transporter zu aktivieren um rasch andere Thumbler observieren zu können, aber er mußte jetzt durchhalten und Beates Vorbereitungen dokumentieren; zu stolz war er, daß er Teil dieser Mission sein durfte, als das ein wenig Blut in seinem Ohr dies hätte verhindern können. Die nächsten Tage würden er und Hardus nun in der Nähe dieser Thumbler bleiben, alle ihre Schritte beobachten und zu gegebener Zeit zuschlagen. Sie hatten dafür zu sorgen, daß dies das letzte Jubi der Thumbler sein würde. Entsprechend der Informationen, die sie von ihren Spionen erhalten haben, habe eine Invasion der Erde nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn es die Thumbler als Gemeinschaft nicht mehr gibt.

Noch vor wenigen Minuten hatte er mit Hardus gesprochen, der zur gleichen Zeit in anderen Gebieten des Landes unterwegs war um weiteren Thumblern bei ihren Vorbereitungen über die Schulter zu schauen. Nicht alle hatten schon seit Beginn der Woche ihre Koffer gepackt wie Beate; Hardus hatte bei Bevi noch nicht die geringsten Anzeichen von Gepäck erkennen können und bei der hausgemachten Hektik, die er in Kiel antraf, hatte er ernste Bedenken, ob die Zeit bis zur Abfahrt noch reichen würde. Rita und Matze hingegen schienen schon alles vorbereitet zu haben. Hardus teilte Laurelus auch mit, daß ein Thumbler namens Solan aller Voraussicht nicht den Weg nach Düsseldorf antreten werde. Laurelus fragte nicht nach, wie Hardus das hatte einfädeln können. In der Vergangenheit hatten p’anosianische Wissenschaftler häufig einen Gedanken-Manipulator verwendet um unbescholtene Personen bei Thumb einzuschleusen und so das ganze Sektensystem zu unterwandern; gebracht hatte es indes nichts. Der Gedanke an den "Kickknopf", an dem alle Agenten wider Willen scheiterten, ließ ihn schaudern. Das lapidare Thumb-Statement "...passte nicht zu uns..." brachte den großen Z’am-P’ano fast um den Verstand und er gab eine klare Order an Laurelus und Hardus: " Hin und vor Ort dafür sorgen, daß es nach dem Jubi 2006 kein Thumb mehr geben wird." Jetzt waren sie vor Ort und suchen bereits am Vorabend nach Ansätzen um Unfrieden stiften zu können.

Laurelus war zugegebenermaßen fasziniert, wie die von ihm besuchten Thumbler sich voller Vorfreude auf das kommende Wochenende vorbereiteten. (mal abgesehen von der Musik in Bergisch Gladbach) gab es in jedem Haushalt nur fröhliche Gesichter. Hardus erwähnte allerdings etwas von einem Thumbler in Wolfsburg, der den ganzen Abend vor einem Spiegel saß und etwas von einem "schwarz/weißen Ritter" murmelte. Das mutete schon seltsam an und Hardus war sich gar nicht sicher, ob dieser Thumbler überhaupt bei Sinnen war. Zu sehr ähnelte die Beschreibung den Thumb-Berichten aus Florida. Kurz drauf ging jedoch in Wolfsburg das Telefon und Rasi unterhielt sich überraschend venünftig mit Dee, ebenfalls Thumbler. Hardus machte sich wieder locker: es war vielleicht doch nur eine Generalprobe von Rasi. Hardus meinte später bei seiner Kommunikation mit Laurelus, das ihr Auftrag unter Umständen leichter wäre als sie dachten und sie den Gedanken-Manipulator vielleicht gar nicht benötigen würden.

"Schön wärs", dachte Laurelus als seine nächste Observation ihn nach Schwalmtal führte; Schön wärs, denn trotz seines Auftrags und seiner Loyalität, fing er an, die seltsamen Verhaltensweisen der putzigen Thumbler symphatisch zu finden. Die Tatsache, daß Hardus dafür gesorgt hat, daß dieser Solan nicht beim Thumb-Jubi erscheint, damit es Streit um die Kosten des Hotelzimmers geben wird, gefiel ihm irgendwie gar nicht. Ihm wurde Thumb immer als Quell des Übels dargestellt, aber bisher sah er ganz einfache Leute, die sich auf das Wochenende im Jahr freuen, an dem sie sich alle treffen (nicht alle Erdenmenschen besitzen Transporter-Technologie), gemeinsam feiern und einfach eine gute Zeit haben wollen. Laurelus schauderte- alleine für diesen Gedanken, würde er desintegriert werden können. Er mahnte sich zu P’anosianischer Ordnung während er die Gespräche zwischen Trekbaby und dem Ableger immer lauter wurden. "Ah, ein Streit", hoffte Laurelus, aber bei genauem Hinschauen konnte er sehen, wie sehr sich die zwei mögen. Daß man manchmal auch unterschiedlicher Meinung sein kann, ohne daß es notwendiger Weise gleich ein Streit sein muß, dies würden die beiden Top Agenten der außerirdischen Bedrohung noch lernen müssen.

Noch während sie sich weiter durch die Wohnungen der Thumbler transportieren, glaubten sie fest daran, ihren Auftrag erfüllen zu können. Das letzte Jahr war ein schwieriges für die Truppe gewesen, voller Prüfungen und widriger Umstände; das muß dem Gruppengefüge geschadet haben; der Zeitpunkt war günstig.

Hardus wäre beinahe bei seinen Vorbereitungen entdeckt worden, als er versuchte, Abhör-Mechanismen an allen, von Thumb genutzten, Kommunikationsanlagen anzubringen; dieser jc hätte beinahe alles entdeckt, aber Hardus gelang es im letzten Moment noch, den Verdacht der Manipulation eines Kommunikations-Boards eben diesem jc anzuhängen ... und jos noch gleich dazu, damit es glaubhafter wirkte.
Die Verwirrungstaktik gelang perfekt, auch wenn die Betreiber des betroffenen Boards von der Sachlage derart überfordert waren und sich in der Folge ihrem Kundenstamm sehr unprofessionell präsentierten. Hardus war das recht egal, er hatte, was er wollte: der unerlaubte Zugriff zum Thumb-Board blieb zunächst unentdeckt.

Ziel war es, Schwachstellen im Gruppengefüge ausfindig zu machen und so beobachteten die beiden P’anosianer rund um die Uhr jegliche Kommunikation im Thumb-Board ... und wurden ihrer Meinung nach schon bald fündig.

Bei der Suche nach einem Termin für das Jubi 2006 wurden folgenden Nachrichten abgefangen:


Lana (04.Januar): "laut Kalender kann ich an gar keinen von den Wochenenden......... aber ich setz mich bei den Arbeitswochenenden mal in Klammern hin... da könnt ich nämlich evtl. tauschen... nur das um den 4. August klappt nicht wirklich, da wir das Wochenende irgendwann zu meiner Oma fahren.... und so weit ich weiß immer am Samstag, weil am 6. der Freund meiner Schwester Geb. hab und da müssen wir dann den So hin"

chritz (04 Januar): "LANA!!!! DAS INTERESSIERT NIEMANDEN!!! Du kannst oder kannst nicht und gut is!!!„

Lana (04. Januar): "*chritz tret* lass mich doch!!! hab bei den ganzen anderen Treffen ja schon nie was zu schreiben weil ich da irgendwie nie Zeit habe... nachher kommt das noch so rüber als hätte ich kein Interesse.. lass mich mich doch rechtfertigen!!! Dich zwingt doch keiner das zu lesen noch mal tret"

Lana (11. Januar):"*heiligenschein rauskram* hab das System imma noch net verstanden... danke Jack *knull* und dann behaupten die, dass die Schmerztabletten gegen Schmerzen helfen und kaum Nebenwirkungen haben *Packung in die Ecke schmeiß*"

jc (11. Januar): "@lana: ist doch ganz einfach: die Zahl vor der Klammer zeigt die Anzahl der Personen an, die def. können. Die Zahl in der Klammer ALLE, also auch die, die nur evtl. können. Wenn du dich also von evtl. auch def. änderst, bleibt die Zahl in der Klammer gleich, aber die davor ändert sich +1. Einfach, oder? *g*"

chritz (14. Februar): "Das machen wir alles nur wegen dir, Lana. Dieses Jubi geht in die Geschichte ein als das Jubi, das wegen Stimmengleichheit nur wegen LANA (!) auf das erste Wochenende gelegt wurde... bin gespannt, was du uns dafür gibst."

Laurelus und Hardus freuten sich, da haben sie doch was gefunden, worauf sie bei Gelegenheit aufbauen können. Laurelus notiert im roten Büchlein "Chritz kann Lana nicht leiden - jc hat immer einen Plan – Lana schluckt Tabletten".
Und so ging es munter weiter, Laurelus nahm seinen Lauschangriff sehr ernst, aber er merkte auch, daß ihm die Thumbler so langsam aber sicher ans Herz wuchsen.


chritz (01. Juli): "In 4 Wochen ist Jubi und wir wissen noch nicht, wo wir Freitag hingehen wollen, sehe ich das richtig? An sich wollten wir ein Vorkommando schicken, aber ich denke mal nicht, dass das noch funktioniert, oder?" Stellt sich die Frage, was tun am 28.06.?"


Laurelus stutzte, selbst er wußte, daß die Frage nach der Lokalität schon vor Monaten geklärt wurde, und daß der Jubi-Freitag im "Chill-Out" in Düsseldorf begangen werden würde. Rotes Büchlein: " Chritz kriegt nicht immer alles mit". Na ja, über Chritz wußte er nun genug, Zeit sich mit den anderen zu beschäftigen.

Das tat er auch bis zu diesem warmen 27. Juli-Abend, an dem er und Hardus sich kurz vor Mitternacht auf ihrem getarnten Raumschiff am Düsseldorfer Rheinufer wieder trafen. Sie tauschten sich noch über das erlebte aus: Lucy in Salzburg & Anke in Berlin freuten sich tatsächlich über ihre Aufnahmeprüfung - Gina in Neckarsulm bastelte wie verrückt an Überraschungstüten, Admiral polierte und testete seine Kamera, Jos packte nummerierte Schafe und Thumb-Buttons ein... usw usw.
Eigentlich die üblichen Jubi-Vorbereitungen der Thumbler incl. der großen Freude über das kommende Wochenende, aber Hardus belächelte dieses Verhalten und arbeitete unbeirrbar die weitere Vorgehensweise aus, denn er hatte nicht vor, dem großen Z'am-P'ano einen Mißerfolg melden zu müssen.

Es würde ein bedeutendes Wochende für ihn werden, dieses Jubi-Wochenende. Eine bedeutende Nacht wurde es auf jeden Fall, denn mit Laurelus' Schnarchgeräuschen hatte er bislang noch keinen Kontakt gehabt.


Freitag, 28. Juli 2006

Es war bereits Mittag als Hardus bei seiner Rückkehr aus Norddeutschland wieder im Raumschiff materialisierte; er wollte sich noch schnell davon überzeugen, daß alles funktioniert hat und Solan nicht beim vereinbahrten Zug erschienen war und was sonst noch so alles bei den Reisenden passierte. Eins hatte Hardus bei der Observation lernen müssen, Thumbler sind unberechbar und machen eigentlich immer etwas anderes als von ihnen erwartet wird. Daher wurden er und auch Laurelus für diese Mission ausgewählt, aber er war mittlerweile nicht mehr sicher, ob er das positiv werten soll.

Laurelus war soeben dabei, Informationen über das Thumb-Hotel zu beschaffen. Der Computer startete eine Ansage: "Das InterCityHotel Düsseldorf ist im Herzen der Stadt, nur 300m vom Hauptbahnhof Düsseldorf, gelegen.
Mit seinen 146 hellen und freundlichen Zimmern der 3-Sterne-Plus-Kategorie bietet es Ihnen ein echtes "Zuhause". Die großzügige Hotelhalle, mit der Lobbybar, angrenzendem Wintergarten und dem gemütlichen Graf-Adolf-Restaurant tun Ihr übriges dazu.
Alle Zimmer sind selbstverständlich schallisoliert, verfügen über eine individuell regulierbare Klimaanlage, Minibar, Selbstwahltelefon, Kabel-TV, Pay-TV, großen Schreibtisch und Badezimmer mit Dusche und WC. Ihr Zimmerausweis ist gleichzeitig Ihr Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr in Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)."

Hardus schüttelte den Kopf: "Die Adresse würde uns wirklich weiterhelfen" Nachdem Lauerelus die gewünschte Information beschafft hatte gingen die beiden Richtung Düsseldorfer Zentrum. Bei dem Gedränge, das sie vorfanden, verzichteten sie auf ihre Tarnvorrichtung; zu groß die Gefahr, aufzufallen bei einem Rempler. "Hoffentlich geht das gut mit diesem Laurelus ohne Tarnung" dachte Hardus als ob er bereits ahnte, daß es am Abend zu einem Kontakt mit Dee kommen sollte.

Ankeline: Ankunft: 16:42 Abfahrt: 15:54
Matze,Solan,Rita,Bevi: Ankunft: 17:19 Abfahrt: 16:58
Nighty: Ankunft: ca. 14.00, Eintreffen beim TT ca. 16.00 (muss noch zu ner Bekannten vorher) möglich Abfahrt: Ende offen
Beate: Ankunft: wird wohl doch erst ab 16.30 klappen Abfahrt: ???
Jos: Ankunft: ab 15.00 Abfahrt: ??? (*g* Beate)
jc: Ankunft: ab 12:00 Uhr, Abfahrt: als einer der Letzten *g*
Dee: Ankunft: keine Ahnung - früh, Abfahrt: wie jc *g*
Chritz: Ankunft: keine Ahnung - früh, Abfahrt: wie jc *g* *g*
Nina: Ankunft: 19:30 Abfahrt: irgendwann Sonntag
Lucy: Ankunft: Freitag 19.20 Uhr in Düsseldorf Flugh., Abflug: Sonntag 19.55Uhr ab Düsseldorf
Trekbaby: Ankunft: Freitag und Abfahrt: Sonntag (wann immer gewünscht)
Ableger: wie Trekbaby
Jack: Ankunft: ab 16:00 Uhr, Abfahrt: keine Ahnung aber vor 18:00
Lana: Ankunft: 16.30 Abfahrt auch so 16.30
AD: Ankunft: Bin schon da , Abfahrt: Nö, ich bleib hier.
Hakim: Ankunft: 16-17 Uhr, Abfahrt: 11-12 Uhr
Rebell: Ankunft: 19:30 Abfahrt: irgendwann Sonntag
Rasi: Ankunft: ab 14:00 Uhr Abfahrt: weiß noch net
Quark: Ankunft: 16.00-17.00h Abfahrt: 15.00-16.00h
Gina: zur gleichen Zeit wie Hakim

So oder so ähnlich oder mehr oder weniger trafen die Thumbler im Intercity Hotel Düsseldorf im Laufe des Nachmittag dieses sonnigen Freitags ein. Manch Außenstehender würde von einer schleppenden Ankunft sprechen, aber so war das halt, wenn Thumbler reisen.

Geduldig warteten die bereits eingetroffenen, nachdem sie ihre Zimmer bezogen haben, auf die noch Ausbleibenden. So wird später die offizielle Aussage der Thumbler in einem Jubi-Bericht lauten; tatsächlich haben sich einige in Windeseile auf zum nächsten Lush-Laden aufgemacht. Den beiden P'anosianern, die diese Möglichkeit nutzen, um weitere Studien zu betreiben, war allerdings die Lush- Geruchskonzentration wesentlich zu intensiv und sie waren froh als sie den Laden wieder verlassen konnten.

Zurück im Hotel war die Stimmung in der Hotel-Lobby gut, fast alle waren zwischenzeitig eingetroffen und so manche untersuchten das Zuhause des Wochenendes.

Hakim (29.07.): "Grüße an alle daheimgebliebenen. Das Hotel hat W-LAN".

Das Personal des Intercity Hotels wunderte sich nicht schlecht über den Lärmpegel und die augelassene Heiterkeit der Thumbler. Es wurde getratscht, gelacht und man brachte sich auf den neuesten Stand konspirativer Details. Laurelus, der getarnt in einer Hotelecke saß und dem Treiben zusah, war irgendwie gerührt über diese fröhliche Vertrautheit; da waren einige Thumbler, die sich sehr lange nicht gesehen haben, aber das schien überhaupt keine Rolle zu spielen.

Laurelus stutzte, schaute dieser Jack grinsend zu ihm rüber und auch noch direkt in die Augen? Trotz der Tarnung? Nein, er mußte sich irren und im gleichen Moment führte Jack seine Unterhaltung mit Dee über ihre vermeintliche Gewichtszunahme fort. Dee spielte noch eine Weile die Beleidigte, erkannte aber schnell, daß Jack das doch eher als Kompliment gedacht hatte.
Dieser Jack hatte Hardus sowieso den Nachmittag versaut. "Plan Solan" sah vor, daß Solan im Vorfeld an einer zeitigen Anreise gehindert werden sollte (ohne, daß dieser den außerirdischen Einfluß bemerkt hätte). Da Solan sich mit einem anderen Thumbler das Zimmer teilen sollte, enstanden diesem nun die doppelten Kosten. "Wenn das nicht für Unfrieden sorgen würde, was dann?", Hardus wartete bereits seit einiger Zeit auf den entscheidenden Moment, aber außer ein paar " Wir haben es uns doch gedacht" und " Sooo ein...." kam nicht viel.
Laurelus konnte sich angesichts Hardus's Entäuschung ein Lächeln nicht verkneifen, als Jack nämlich die Entscheidung traf:" Ich zahl erst mal das Zimmer für Solan, damit Nighty überhaupt ein Zimmer hat - Können wir jetzt essen gehen?" Hardus war verblüfft; kein Aufruhr, keine Unruhe, keine Hasstiraden ", " ... die gehen einfach zur Tagesordnung über? Und dafür der ganze Aufwand?" Laurelus sah ihn an :" die halten wohl zusammen, find ich gut; gerade habe ich bei Admiral und Dee was von einer Zahlung aus der Clubkasse gehört... So leicht wird unser Auftrag evtl. nicht werden. Sollte Marcus aus Florida recht behalten?" Hardus gab ihm eine Kopfnuss gerade so feste, daß dieser etwas merkte, sein Tarnschirm aber nicht beschädigt wurde und rannte seinerseits schnaubend aus dem Hotel.
Ein 1. kleiner Sieg für die Thumbler, die von alle dem natürlich nichts mitbekamen.

Das Treiben und Gelächter der Thumbler ging noch eine ganze Weile und die Lobby füllte sich zusehends bis diejenigen (allen voran Matze und Rita), die an diesem Freitag schon sehr früh und somit lange unterwegs waren, langsam hungrig wurden; sie drängten darauf, daß sich ein Teil der Gruppe bereits zum Chill-Out begeben sollte, damit mit der Sitzplatz-Reservierung auch nichts schiefgehen konnte. So geschah es dann auch und ein kleiner Trupp blieb im Intercity Hotel und wartet auf die wenigen Nachzügler. Auch Laurelus verließ nun das Hotel, angesichts der dargestellten Solidarität aller Thumbler zueinander waren ihm Zweifel gekommen, ob sie wirklich das richtige taten. Aber wenn diese Thumbler tatsächlich die Menschen repräsentieren, so wie es der große Z'am-P'ano gesagt hat, dann ist es umso wichtiger, herauszufinden ob die geplante Invasion Erfolg verspricht. Er folgte der 1. Gruppe und nach einiger Zeit deaktivierte er in einer Seitengasse seinen Tarnschirm setzte seine Verfolgung fort. "Nett, diese Thumb-Shirts" dachte er aus sicherer Entfernung.

Nach kurzer U-Bahn-Fahrt und einem Marsch durch die Düsseldorfer Altstadt traf die Vorhut der Thumbler im Chill-Out ein. Das Personal führte sie freundlich auf die für sie reservierte Empore. Angesichts der schwülen Temperaturen, die draußen vorherrschte, wurde die Klimaanlage sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Die Musik hielt sich auch dezent Grenzen und keiner der anwesenden Thumbler hatte irgend etwas an der Lokation für den diesjährigen Jubi-Freitag auszusetzen.
Laurelus und Hardus nahmen zunächst im Untergeschoß am Tresen Platz und wollten erst mal abwarten, evtl. irdische Nahrung zu sich nehmen und den Thumblern ab und an zuschauen. Sie zuckten als die 2. Gruppe vom Hotel ebenfalls das Chill-out betraten, an den beiden vorbeischritten und über die Wendeltreppe die Empore erreichten. Sie hörten Hakim sagen "Na hoffentlich wird das hier nicht zu laut"; diese Äußerung zauberte Hardus ein böses Grinsen aufs rundliche Gesicht.
Auf der Empore gab es die ersten Getränke, Weizenbiere, Colas und natürlich ... Cocktails. Die Stimmung stieg und nahezu jeder beschäftigte sich mit der Speisekarte. Keine Frage, der Thumbler favorisierte einfache Kost: "American/Mexican Finger-food", ein kaltes Getränk und die Thumb-Welt ist in Ordnung.

Gina hatte viel Zeit in die Herstellung eines ganz besonderen Thumb-Newletters investiert. Es gab zwei Besonderheiten:
1) Der Newsletter bestand aus Papier und man konnte ihn anfassen. Die jüngeren Thumbler schauten ungläubig, kannte den Newsletter doch nur in elektronischer Form in ihrem email-Postfach. Doch bereits nach kurzer Zeit verstanden sie und fingen an zu lesen.
2.) Dem Newsletter waren einige Gegenstände beigefügt worden u.a. Watte, Luftballons, Wunderkerzen und Miniatur-Fallschirmspringer. Die Überraschung und Freude über diesen besonderen Newsletter war den Gesichtern ganz deutlich anzusehen und wurde allenfalls übertroffen, als Trekbaby auf der Getränkekarte "1,5 Liter Frozen Magerithas" und "Jumbo-Caipis" ausfindig gemacht hatte. Dennoch wurde es erstmal still, denn der Newsletter mußte erstmal von allen gelesen und vor allem verstanden werden. Es war ein sehr rührender Moment, denn der Newsletter handelte auch die jüngere Thumb- Vergangenheit ab und die wurde so für alle noch mal kurz präsent. Laurelus blickte mal kurz um die Ecke, gab ihm diese Stille doch zu denken. Nach kurzer Zeit war die Besinnlichkeit vorbei, denn es gab wieder Geschenke; Jos hatte Thumb-Buttons und kleine nummerierte Ansteckschafe mitgebracht, quasi als Dankeschön für die Unterstützung im letzten halben Jahr. Laurelus ging wieder runter, das alles passte gar nicht zu den Memos, mit denen er auf diese Mission vorbereitet wurde. "Hardus, Hardus, jetzt machen sie sich wieder über den Schafsvergleich lustig..."

Sogleich ging es ans Basteln, denn einige Thumbler verstanden nicht sofort, wie die Ansteckschafe zu benutzen waren, aber nach einiger Zeit hatten dann alle ihre Schafe an den Thumb-Shirts befestigt, sogar Chritz und Beate. Die nächsten Stunden taten die Thumbler das, was sie immer am Thumb-Freitag so taten: Essen, Trinken, Fotografieren und natürlich das Wichtigste, sich mit den Thumblern zu beschäftigen, die man so lange nicht gesehen hatte. Mit dem Alkohol steigt natürlich auch die Stimmung, aber während Jack unter dem Tisch Limbo tanzt, Rasi sich ein neues Opfer für den "schwarzweißen Ritter" sucht, jc mal wieder Zigaretten-Schachteln verschweißt, jos versucht Luftballons ohne technische Hilfsmittel aufzublasen, Dee mit fremden Kameras jede Menge Fotos macht, der Ableger die Gunst des Abends nutzt und dem Alkohol fröhnt, Nina, Quark und Rebell eine Wasserpfeife ordern - während die meisten einfach nur Spaß haben, bildet sich leicht abseits von allen unbemerkt eine kleine Damenrunde, die ungestört ein paar Damengespräche führen möchte.

Ganz unbemerkt? Nein, Chritz hat die Gruppe um Bevi entdeckt und da jos und Dee sich auch dorthin begeben, sieht er keinen Grund, warum er den Gesprächen nicht ebenfalls lauschen oder daran teilnehmen sollte. Chritz machte seine schmerzhafte Erfahrung an diesem Abend, daß Frauen manchmal nur unter sich bleiben wollen, wenn sie über andere Thumbler tratschen. Jack, der diese Erfahrung schon vor einigen Jahren, wenn auch nicht mit Thumblern, gemacht hatte, nahm Chritz verständnisvoll beiseite und sie bestellten erst mal einen 1,5 Ltr Caipirina, "Chritz, Laß die Mädels mal".
Im Erdgeschoss nahm Hardus zufrieden wieder Platz und bestellte ein „Kraneberger"; er war froh, noch vor dem Abflug schnell ein paar wertvolle Hinweise zu regionalen Trinkangewohnheiten bekommen zu haben, wobei er den seltsamen Blick des Barkeepers nicht so recht deuten konnte. "Hat alles funktioniert?" wollte Laurelus wissen. "Ja", antwortete Hardus, " die Leistung der Klimaanlage dort oben wird jetzt langsam nachlassen, dafür wird die Lautstärke der Musik zunehmen. Das wird ihre Nerven strapazieren, sie werden sich streiten und das Jubi ist beendet bevor es begonnen hat; natürlich wird sich Thumb dann nächste Woche auflösen, weil jeder dem anderen die Schuld gibt."

Und wieder einmal wurde Hardus eines Besseren gelehrt. Auch in ungünstigen oder schwierigen Situationen behält der Thumbler seine gute Laune, macht das beste daraus und gibt sich einfach dem Moment hin. In einem hatte Hardus allerdings recht, die letzten Monate waren sehr schwierig für Thumb gewesen und die Gemeinschaft wurde mehrfach und intensiv auf die Probe gestellt. Hardus' Irrtum lag darin begründet, daß er annahm, einen geschwächten Verein anzutreffen, den Hitze und Lautstärke aus der Fassung bringen könnte.
Thumb war an diesem Abend besser drauf als je zuvor; mittels eines Fächers wurde ein wenig Abkühlung geschaffen, es wurde ein wenig lauter gesprochen, damit man sich gerade so verstehen konnte und zur Not verfiel der eine oder andere in Zeichensprache.
Und dann gab es natürlich noch das fleissige Personal des Chill-Out's, welches nichts unversucht lies, eiskalte Cocktails und frisches Bier auf die Empore zu schaffen. Die glückliche Unbekümmertheit der Anwesenden sorgte auch im Verlauf des Abends dafür, daß die weiteren Versuche von Laurelus & Hardus, eine Spalt der Zwietracht unter den Thumblern zu säen, unbemerkt und dementsprechend wirkungslos blieb.
Viel mehr wurde traditionsgemäß Jagd auf jos' Wirbel gemacht, einem Schaf wurden Windeln angelegt und jc's 1. graues Haar wurde nicht nur fotografiert, sondern auch schwer thematisiert usw usw usw.

Zu fortgeschrittener Stunde standen Laurelus und Hardus auf der inzwischen leerer gewordenen Bolkerstraße der Düsseldorfer Altstadt. Sie stritten sich angesichts der Niederlage und ihre gegenseitigen Schuldzuweisungen schienen kein Ende zu nehmen als Laurelus auf einmal ganz blaß im Gesicht wurde. " Du hast doch nicht etwa....?", "doch...", erwiderte Laurelus, "... ein Alt-Bier" und fiel Hardus ohnmächtig in die Arme. In diesem Moment verließen die ersten Thumbler lautstark das Chill-Out und näherten sich den beiden P'anosianern. Eigentlich bestand keine Erkennungsgefahr,denn die Thumbler haben sie im Chill-Out nicht sonderlich wahr genommen, aber Hardus wollte nichts dem Zufall überlassen; er setzte Laurelus auf einen Stuhl, der am Straßenrand stand und er selbst verschwand im Schutz der Dunkelheit einer Seitengasse, wo er rasch seinen Tarnschirm aktivierte und vorsichtig abwartete. Er fasste nicht, was dann geschah; Dee, soeben noch tief im Gespräch mit Rasi, sah den vermeintlich Betrunkenen am Straßenrand sitzen, stellte sich daneben und ließ sich mit Laurelus fotografieren. Theoretisch ist Hardus ebenfalls mit auf dem Foto zu sehen. Er konnte sich nur noch am Kopf kratzen und die ganze „Sektenbrut", der an diesem Abend nicht beizukommen war, zog weiter zur nächsten U-Bahnstation - Die Thumbler machten sich nach einem gelungenen Jubi-Freitag auf den Weg zurück ins Intercity Hotel.

Üblicherweise dauert es eine Weile, bis im Jubi-Hotel Ruhe einkehrt, aber diesmal war es etwas anders. Hier und da wurde noch etwas geklönt, aber die Anstrengungen der Anfahrt bei den einen, sowie Alkoholgenuß und Hitze bei den anderen sorgten alsbald dafür, daß in den elf Doppelzimmern eine friedliche Ruhe einkehrte. In der Gerresheimerstraße in Düsseldorf spechtete Admiral noch schnell in die Videoaufnahmen des Abends, aber auch begab sich kurz drauf in die Thumb-Traumwelt, in der es derzeit von Schafen nur so wimmelte.

Unten am Rheinufer war es bereits sehr still.
Laurelus schlief schnarchend seinen ersten irdischen Rausch aus und Hardus nahm noch ein paar Veränderungen am Gedanken-Manipulator vor. Ihm war es verboten, diesen auf Thumbler anzuwenden, so sein direkter Befehl, und Hardus würde sich dem nicht widersetzen, andererseits hatte aber auch nicht vor, der heutigen Niederlage morgen eine weitere Folgen zu lassen.
"Dann halt morgen...", sagte sich Hardus grinsend und sah durch die kleinen Fenster seines getarnten Raumschiffs hinüber zur anderen Seite des Rheinufers zur Säule der "Oberkasseler Brücke", "...dann halt morgen."


Samstag, 29.Juli 2006

Unkompliziert ging es zu bei den Thumblern, wer wach wurde ging ins Bad und gesellte sich anschließend zu den anderen im Hotel-Foyer. Anke, Matze, Nighty und Lucy wurden mehr als einmal gefragt, ob sie die Nacht vor der Aufnahmeprüfung noch mal genossen haben. Die vier wußten natürlich noch nicht, was ihnen blühte und wurden so langsam aber sicher doch recht neugierig; oder gar nervöß? Nachdem die Mannschaft wieder komplett war, machte sich auch bald wieder der erste Hunger des Tages breit und es wurde beschlossen, erst mal ordentlich zu frühstücken und auf dem Rückweg dann Ensigns Wagen mit allem zu beladen, was zur Grillen am Rheinufer so benötigt wurde.
So verließ der Pulk das Hotel, bog rechts ab und marschierte Richtung Hauptbahnhof.

Einige Zeit später betraten Laurelus und Hards das Hotel um festzustellen, daß sie zu spät waren und alle Thumbler schon weg waren. Nun war guter Rat teuer, denn die beiden wollten die Thumbler ungern zu lange aus den Augen lassen, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.
"Waren sie nicht im letzten Jahr zum Essen in der Zugstation?", meinte Laurelus. "Bahnhof heißt das. Schon, aber jos hatte im Thumb-Kommunikationsboard geschrieben, daß sie keine Tortellini mehr als Frühstück haben möchte und sie ist laut unseren Information doch hier die Chefin!"
"Boss-Schaf", murmelte Laurelus.," Aber was, wenn das gar nicht stimmt und wenn dieses ganze Thumb- Chaos dafür sorgt, daß sie keine rechtzeitige Alternative zum Frühstück gefunden haben, weil sie mit anderen Dingen beschäftig waren und ihnen das heute morgen erst aufgefallen ist und ihnen nichts besseres mehr einfiel und........?". "Stooooop", schrie Hardus, " du fängst ja schón an wie ein Thumbler zu denken; das ist sehr gefährlich, mein Lieber. Aber du könntest recht haben - Laß uns zum Bahnhof gehen."

Im Restaurant am Bahnhof hatte das Personal große Erfahrung, um großen Gruppen "Stramme Maxe", Belegte Brötchen und allerlei verschieden Gerichte zeitnah auf den Tisch zu bringen. Von den verschiedensten Wünschen an Heiß- und Kaltgetränken einmal abgesehen.

"Sie mal Hardus, keine Tortellini" bemerkte Laurelus erleichtert als er die Thumbler im hinteren Bereich der Lokalität erkannt hatte. Ohne, daß Laurelus es besonders bemerkte, zeigte der Thumb-Virus bereits erste Anzeichen. Er schien sie vermißt zu haben.
Die Thumbler hingegen verhielten sich genauso wie am Tag zuvor, redeten viel und vor allem durcheinander. "Jack, bleibt das Wetter gut?" - "Kriegen wir alles in den Kangoo?" - "Haben wir genug Getränke, Decken, Becher...?" - "jc ist sowieso Schuld" - "Schade, daß Voxel und Jutta nicht das sind". – „Mann, ist der Kakao heiß". Hardus suchte wieder vergeblich nach Disharmonien.
Weitere Pläne zum Shoppen wurden gemacht, aber sogleich wieder verworfen. Es war schließlich schon Mittag und einige konnten sich bereits ein Nickerchen am Rheinufer vorstellen. Von einer Sekunde zur Anderen stand fest: Bezahlen, Aufbruch, Wagen beladen, denn Ensign würde in kürze samt Kangoo am Parkaus stehen und auf die Thumbler warten, die etwas mitgebracht haben.

Knappe 20 Minuten später wurden diverse Lebensmittel, Utensilien & Mitbringsel aus den Autos von jc, Jack, jos, Trekbaby und Rasi nach draußen zum Kangoo gebracht, wo Ensign alles mit Engelsgeduld in Empfang nahm und professionell verstaute. Hardus muß anerkennend feststellen, daß die ganze Aktion chaotischer wirkte als sie letztlich war. In Windeseile war der Kangoo fertig beladen und Ens und Admiral fuhren Richtung Rheinufer zum vereinbarten Treffpunkt, während die anderen sich mit leichtem Gepäck vor dem Hotel versammelten, um dann mit der U-Bahn ebenfalls zur Oberkasseler Brücke fuhren.

Während Ensign, am Rheinufer angekommen, ohne übertriebene Hektik begann, die Fensterscheiben seines Wagens zu reinigen, fanden in der U-Bahn einige interessante Gespräche statt. Jack setzte Lucy ins Vertrauen, warum rege Convention-Besuche so wichtig für die Zeit später im Seniorenheim; Rasi und jc übten sich in Gesichtsverrenkungen a la Billy Idol und Lana machte sich einen Spaß daraus, Anke und Matze an die Aufnahmeprüfung zu erinnern. Gina war ein wenig enttäuscht, daß sie diesmal nicht zu ihrem Vergnügen kam, Fleisch für die Thumbler besorgen zu können da Nighty das diesmal bereits im Vorfeld übernommen hatte, „ Na ja, vielleicht im nächsten Jahr wieder…" hoffte sie.

Laurelus und Hardus waren ganz nah dran am Geschehen, doch auch sie konnte nicht mitbekommen, worum es in dem hitzigen Gespräch von Trekbaby, jos und Dee ging; „konspiratives Gedankengut, sonst nichts" dachte Laurelus und war nun doch überrascht, wie leicht es ihm schon fiel, sich unter Thumblern zurecht zu finden. Ihm war klar, er durfte auf keinen Fall Hardus etwas spüren lassen.

„Mehrjährige Jubi-Erfahrung zahlt sich auf jeden Fall aus", dachte jc als er sah wie alle Thumbler mit sicheren Handgriffen das Rheinufer zum Jubi-Festplatz verwandelten. Grill aufgebaut und angezündet, Decken, Zubehör, Getränke, alles war da. In den Vorjahren mußte er jedem immer sagen, was zu tun war, das war diesmal nicht so. Er wollte sich daher den Getränkekisten zuwenden, die üblicherweise im Rhein gekühlt wurden, Bier, Lomo, Cola, Sangria etc, also all die Getränke, die alle im Rhein suchen werden, nachdem die erste Welle von einen Rheindampfer verursacht werden würde.
"Was machts du denn da, Chritz?" fragte er als Chritz, einen für ihn viel zu schweren Stein schleppend, an ihm vorbei ging „Rasi meint, wir brauchen große Steine, um die Getränkekisten zu sichern". Jack und Rasi waren bereits dabei, alle Kisten mit einem Seil fest zu verzurren und mit den Steinen zu verbinden. Nachdem das getan war meinte Rasi "Jetzt müssen wir nur noch auf die erste Welle warten,"…ein Bier Jack? Du auch Chritz?". Und so nahmen die drei am Ufer Platz, tranken, warteten auf eine Welle und schwiegen sich an, wie das nur Männer können. Zu jc’s großer Überraschung hielt die Konstruktion den Testwellen bravourös stand. Am Grillplatz schien alles in Ordnung zu sein. Hakim, Ensign und Admiral saßen bequem in Stühlen, einige Thumbler lagen bereits und machten einen Mittagsschlaf, Nighty marinierte das mitgebrachte Fleisch und die Musik lief auch schon. Eigentlich eine perfekte Idylle, wenn es da nicht einen getarnten Außerirdischen gegeben hätte, der diese Harmonie zerstören mußte, ja dies auch sehr gerne wollte.

Hardus hatte lange im Thumb-Board die Tradition des Jubi’s recherchiert und er hatte herausgefunden, daß der Grillplatz nicht nur am Rheinufer, sondern auch in unmittelbarer Nähe dieser einen Brückensäule aufgebaut werden mußte. So war es schon immer und so muß es auch bleiben. „Was…", so fragte sich Hardus „..wenn dieser Platz streitig gemacht werden würde?" Mit diabolischem Gesichtsausdruck schaute er hinüber zu der stetig anwachsenden und lauter werdenden Gruppe an schwarz gekleideten Personen, die wohl nichts besseres zu tun hatten als reichlich zu trinken und einen sehr simplen Eindruck zu hinterlassen. Man hatte ihm angewiesen, daß der Gedankenmanipulator nur auf ein paar Tiere und Menschen mit niederer Intelligenz und wenigen einfachen Instinkten (wie das Öffnen einer Flasche Bier) angewendet werden durfte.
„Wollen wir doch mal schauen…" und richtet den Manipulator, der nicht größer war als ein irdisches Funkgerät, wahllos auf eine Person in der ihm am nächsten stehenden Gruppe. Von einem Moment auf den anderen stapfte dieser zum Grillplatz der Thumbler und versuchte diverse Gespräche zu starten, in dem es auch um das duftende Grillfleisch ging. Laurelus war alarmiert, „was war das denn jetzt?" Er vestand nicht viel von dem Kauderwelsch, aber er sah an den Gesichtern der Thumbler, daß diese alles andere als zufrieden mit der gegenwärtigen Situation waren. Im Schatten der Säule sah er Hardus mit dem Gedankenmanipulator stehen und er ahnte, was passiert war. Schnell ging er zu seinem Kollegen, der sich das Lachen verkneifen mußte, als er noch eine Person der Aggressoren mit dem Manipulator anvisierte. „Mal sehen, wie wichtig ihnen die Säule wirklich ist" sagte Hardus.

"Und wenn Ihnen nun ein harmonischer Nachmittag wichtiger ist als diese Säule. Thumb sein ist doch wesentlich mehr. Ich glaube, sie suchen sich ein anderes passendes Fleckchen und werden sich gut dabei fühlen". Hardus schaute seinen Kollegen skeptisch an und versuchte zu verstehen, was Laurelus ihm da gerade mitteilen wollte. In diesem Moment ging ein Ruck durch die Thumbler, jeder packte soviel wie es nur möglich war und der Tross setzte sich in Bewegung zu einer Stelle hinter einem kleinen Steinwall, den ein kleines Vorkommando wenige Minuten vorher als absolut Thumb-tauglich ausgewählt hatte. Man richtete erneut den Grillplatz ein und kurze Zeit später fühlten sich alle ziemlich wohl.

Admiral meinte sogar, daß dieser Platz wesentlich schöner sei als der andere. Viele mußten ihm da beipflichten, nicht immer seien Veränderungen schlecht... und so holte Thumb wieder einmal das Beste aus einer ungünstigen Situation heraus. Laurelus war sehr beeindruckt, wie gut dieser Umzug vonstatten ging, selbst die Getränkelisten im Rhein befanden sich wieder in unmittelbarer Nähe des neuen Thumb- Zentrums. Es wurde gegessen, getrunken, geschlafen und der Jubi-Nachmittag entwickelte sich so wie geplant. Die Musik wurde entsprechend des Alkoholkonsums lauter und David Hasselhoff’s "Hooked on a Feeling" verlieh dem ganzen eine sommerlich mediterrane Athmosphäre. Schließlich wurde sogar gesungen und getanzt, aber da war Hardus' Verwirrung angesichts der thumbischen Sturheit bereits wieder gewichen und er fuchtelte wieder mit seinem Manipulator rum.

Ok, sein letzter Versuch war nicht nur mißlungen, die Manipulierten benahmen sich jetzt derart seltsam, daß es nur noch eine Frage der Zeit schien, bis der Notarzt herbeigerufen werden mußte. Aber das war nicht Hardus' Problem, er hielt an seinem Ziel fest, den Thumblern den Nachmittag zu vermiesen, auf daß doch noch Streit ausbrechen würde.
Mit dem Gedankenmanipulator wurden zunächst eine Wespe, ein Schwan und ein Hund manipuliert. Die Wespe stach auf hinterlistige Art und Weise auf jc's Knie ein, der dies zwar schmerzhaft aber recht gelassen kommentierte. Da muss doch mehr passieren um einen jc aus der Reserve zu locken. "Au Mann" dachte Hardus, "was denn noch...?"

Der Schwan sorgte schon für wesentlich mehr Aufmerksamkeit aber bevor er das Ufer betreten konnte, wurde er bereits ohne jegliche Aggressivität am Weiterkommen gehindert und zugleich noch von den weiblichen Thumbler gefüttert. Angesichts so großer Herzlichkeit, setzten sich die niederen Instinkte des Schwans durch und er ignorierte völlig seinen Auftrag, die Gruppe zu attackieren. Laurelus war ein wenig enntäuscht, daß Jack und Chritz, angestachelt durch Admirals Regieanweisungen ein paar unflätige Äußerungen über die Thumb-Weibchen machten. "Oder hatte Hardus wieder seinen Manipulator eingesetzt?" Laurelus konnte nicht wissen, daß die beiden hinter ihren markigen Worten nur aufrichtige Symphatie verstecken wollten.

Nach einigen Minuten der Aufregung zog ein desillusionierter Schwan sich wieder ins Wasser zurück und schwamm ein paar Meter stromaufwärts, wo er kurz drauf in eine Auseinandersetzung mit dem von Hardus manipulierten Hund geriet. Die Thumbler wendeten sich ab; einserseits gab es hier nichts mehr zu sehen, andereseits waren die Flaschen wieder leer. Auch die weiteren Versuche von Hardus, den Jubi- Samstag zu sabotieren, verfehlten ihre Wirkung aufgrund der typischen Art der Thumbler, mit heiklen Situationen umzugehen.

Es trat Nachmittagsruhe ein am Grillplatz; es wurde geschlafen, gedöst, ein Knie wurde gekühlt, noch etwas gegessen, während Laurelus und Hardus abseits saßen, der eine zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Tages, der andere überhaupt nicht. Während Hardus noch über weitere Attacken nachdachte, brach ein schreckliches Pfeifen über die beiden P'anosianer herein. Die Thumblern schienen nichts gehört zu haben. "Sie mal Hardus" sagte Laurelus und zeigte zum Rheinufer, wo Jack sich an seinem Mobiltelefon zu schaffen machte und die beiden trotz ihrer Tarnung ansah und wissend angrinste.

"Kann er uns sehen?" Jack betätigte einen Knopf an Telefon und der Pfeifton, der den beiden P'anosianern Kopfschmerzen verursachte, verstarb. Jack konnte sie sehen und signalisierte den beiden, unbemerkt von den anderen, zu ihm rüber zu kommen. Laurelus und Hardus gingen unsicher zum Ufer, wo Jack ihnen mit ruhiger Stimme einen sofortigen Rückzug nahe legte "Laßt die Leute in Ruhe, die sind sowieso immun gegen eure lächerlichen Spielchen. Weil sie positiv und voller Hoffnung in die Zukunft blicken, allen Widrigkeiten zum Trotz. Und weil die Gemeinschaft ihnen die nötige Stärke gibt; Konzentriert euch lieber auf euren Agenten in Florida, bevor es da zu Äußersten kommt!" Hardus schien verunsichert und wollte gar nicht wissen, warum ihr Gegenüber sie sehen konnte und wo er herkam.

Jedenfalls nahm er es ernst als Jack sagte " Haltet euch zurück; Ihr könnt bleiben und eine Menge über die Menschen lernen, aber bei dem kleinsten weiteren Wespenstich werde ich ungemütlich, klar?" Die Thumbler bekamen von dieser Diskussion nichts mit, machten sich aber lustig über den am Wasser hockenden Jack, der da anscheinend Selbstgespräche führte. Auch in der Folge wurde noch vom "Alten Mann und dem Meer" gesprochen, hatten aber keine Ahnung, daß ein störungsfreies Jubi erst ab diesem Moment möglich war.
Jack ließ zwei sprachlose P'anosianer am Ufer stehen und ging zurück zum Grillplatz wo Trekbaby ihn mit besorgtem Blick erwartete, "Alles klar?". "Alles bestens" erwiderte Jack und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, "Und wie klar alles ist..." dachte er sich.

Laurelus und Hardus ließen es bei ihren Versuchen bewenden, worüber besonders Laurelus mehr als froh war. Sie setzten sich, immer noch getarnt zu den Thumblern an den Grillplatz, beobachteten und lernten. Laurelus fühlte sich wohl als wieder einmal "Hooked on a feeling" aus Dee's Musikmaschine dröhnte und Hardus dachte zunächst an die Konsequenzen, sollte der große Z'am-P'ano von ihrer Niederlage erfahren. Fürs erste gab er sich aber dem bunten Treiben der Thumbler hin, die soeben die Aufnahmeprüfungen für neue Mitglieder vorbereiteten. Diese Tradition wurde im Vorfeld stark thematisiert und sorgte unter den Delinquenten für große Aufregung. Einzig Lucy harrte gelassen ihrer Prüfung entgegen. Sie war schon sehr vertraut mit Thumb und wußte, daß ihr nichts schlimmes widerfahren sollte. Und so war es dann schließlich auch, Ankeline und Lucy mußten eine sportliche Prüfung unter Alkohol- Einfluß (Thumb-Spezialmischung) absolvieren, Matze ließ die Montage künstlicher und langer Fingernägel über sich ergehen (in der Folge fielen ihm kleine Handgriffe recht schwer) und Nighty lernte die Haarpflege der besonderen Art kennen. Alles unter den strengen Linsen von Admiral’s Videokamera. Da das neue Thumb-Territorium wesentlich ebener war als die Gegend um die Brückensäule, gab es dort auch wesentlich mehr Auslaufzonen für die Thumbler und demnach auch mehr Gelegenheiten für echte Männergespräche, arglistige Frauengespräche, sogar weitere sportliche Aktivitäten wurden in Angriff genommen.
Höhepunkt war ein Wettlauf von Rasi, Chritz und Rebell, bei dem sich alle 3 sehr photogen in Szene setzen. Hardus machte sich locker, hier gab es viel für ihn zu entdecken und der Nachmittag bot allen sehr viel Abwechslung. Es wurden noch neue Avatar-Porträt-Bilder gemacht, bei dem viele Thumbler ihre Model- und Posingqualitäten entdeckten, Rasi & jc perfektionierten ihre Billy Idol-Grimassen und zu guter Letzt wurden auch noch reichlich Dekollete- Fotos für die daheim gebliebene Thumbler gemacht. Anstatt sich zu schonen konnte man Rasi auch dabei antreffen, wie er Massagen verteilte; langes Liegen auf harten Steinen kann schon mal zu Verspannungen führen und dann muß Rasi für Abhilfe sorgen.

Nach so viel Entertainment setze mit der Dämmerung massive Alkoholvernichtung ein. Bei Ankes mitgebrachten Toffeelikör schüttelten sich die meisten, aber wehrten sich nicht. Jack & Chritz spülten auch mundhygienischen Gründen mit Tequila nach und verschiedene andere Flaschen machten die Runden. Auch die mitgebrachten "R(h)ein-Spritzen" trugen zur allgemeinen Erheiterung bei.

Da es mitunter auch schon ein wenig frischer wurde, machten die Thumbler aus der Not eine Tugend und rückten unterhalb der mitgebrachten Decken zusammen, tranken weiter und warteten im Schein der flackernden Ölfackeln auf einen der Höhepunkte der Jubis: Mitternacht. Es war schon allen klar, daß der einsetzende Sonntag nicht der offizielle Thumb-Geburtstag ist, aber darum geht es nun mal nicht.

Selbst Hardus stellte fest, daß hier Thumb in einem weiteren Jahr aufs Herzlichste Willkommen geheißen wurde. Mit Wunderkerzen und Gesang wurden sie Herausforderungen und Widrigkeit eines vergangenen Jahres über Bord geworfen und mit vereinten Kräften Kurs auf ein neues, interessantes Thumbjahr gesetzt.
Diese hoffnungsvolle "Zeremonie" in glasklarer Sommernacht gefiel Laurelus und er war ebenfalls sichtlich gerührt als er die feuchten Augen von Dee sah; "diese Thumbler haben das Herz auf dem rechten Fleck, egal was andere sagen", dachte Laurelus und war sehr froh über diese wichtige Erkenntnis.

Noch eine ganze Weile gaben sich Thumbler und P'anosianer dieser positiven Stimmung hin aber nach einiger Zeit hieß es dann wieder einpacken und alles aufräumen; mit ein wenig Glück würden sie noch die letzte U-Bahn in Richtung Intercity Hotel erreichen.
"Komm Hardus" rief Laurelus seinem Kollegen zu als er die letzten Thumbler in der Dunkelheit der Anhöhe verschwinden sah. "Laß sie gehen - sie haben es sich verdient, auch mal alleine zu sein.", erwiderte Hardus und teleportierte sich zum Raumschiff auf der anderen Rheinseite. Laurelus schaute sich noch mal um, summte noch ein leises "...hooked on a feeling..." und tat es ihm gleich.

Auch in dieser Nacht tat sich nicht mehr viel im Thumb-Hotel. jos & Dee ließen den Tag noch mal Revue passieren und während sie das taten, schminkten sie den wehrlosen Chritz, aber ansonsten machte sich zufriedene Ruhe in den Zimmern breit. Lediglich mit der Ausnahme von Matze, der mit seinen tollen langen Fingernägeln die einfachsten Tätigkeiten nicht mehr hin bekam.



Eine Fehlbedienung der Navigationskontrolle durch Laurelius kurz vor Schluss der Veranstaltung führte dazu,
dass sich das Ufo unmittelbar über den Thumblern herabzusenken drohte. Das grelle Licht der Heckdüsen war für eine kurze Zeit deutlich
über der Gruppe zu sehen (hier das Beweisfoto), wurde aber nicht wahrgenommen - zum Glück für Laurelus und Hardus


Sonntag, 30 Juli 2006 - Mittagszeit

Der Höhepunkt des Jubi’s war bereits vorbei und ohne es zu wissen, haben die Thumbler dafür gesorgt, daß der Befehl an die P'anosianische Raumflotte, mit der Invasion der Erde zu beginnen, nie gegeben wurde.
Im Gegenteil, Thumb zog wieder so viel positive Energie aus den vergangenen 2 Tagen und war dementsprechend unbeschwert und gewohnt chaotisch beim Auschecken im Intercity Hotel; die damit verbundene Lautstärke sorgte zusätzlich dafür, daß das Intercity-Personal nicht so ganz unglücklich war, als alle das Hotel Richtung Bahnhof und Parkhaus verließen.
Gepäckstücke wurden verstaut und ein letztes Mal trafen sich alle am Hauptbahnhof um die dann wieder die entsprechende U-Bahn in Richtung Altstadt zu besteigen. Der traditionell obligatorische Besuch im Spanischen Restaurant stand an.
Enttäuschte Gesichter gab es zu entdecken, als allen klar wurde, daß "der" Spanier in diesem Jahr keine Option sein würde; der Vorteil einer zeitigen Reservierung läßt sich nun mal nicht wegdiskutieren. Trekbaby, Beate & Admiral ließen jedoch die Köpfe nicht hängen und gingen einfach weiter, der Rest der Truppe folgte ihnen, wie sich das für eine hungrige und orientierungslose Schafherde gehörte.

Nach ein paar Minuten erhellten sich die Minen wieder; eine Seitenstraße wurde gefunden, in der sich ein spanisches Restaurant neben dem anderen befand. "Der hier ist sehr gut" wußte jemand. "Wir wollen aber draußen sitzen", erwiderte jemand anderes und in Windeseile wurde ein großer Außentisch von den Thumblern in Beschlag genommen. Zufriedene Gesichter waren die logische Konsequenz und diese wurden von den neuen Thumb-Freunden, Laurelus & Hardus von P'anos Prime, die wieder getarnt dazu gestoßen waren, wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Noch während des Essens wurde es traurige Gewissheit, daß einige bereits anschließend die Heimreise wieder antreten mußten und daher am Programmpunkt des Nachmittags, gemeinsam ins Kino zu gehen, nicht mehr teilnehmen konnten.
Aber jetzt saßen sie noch alle zusammen und Beate, die aufgrund ihres Autos auch nicht mit ins Kino kommen würde, genehmigte sich erst mal einen Sangria zum Essen. Es wurde reichlich gegessen und die Stimmung war wie immer geprägt von ausgelassener Heiterkeit. Alle verdrängten das nahende Ende des Jubi's, aber nachdem gezahlt wurde, hieß es tatsächlich, Abschied nehmen von den Bahnfahrern, die noch einige Stunden unterwegs sein würden. Bevi wußte es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber sie würde aufgrund einer Verspätung der Bahn ihren Anschluß-Zug nicht erreichen und würde in der Konsequenz auf das Verständnis freundlicher Schaffner angewiesen sein. Einige weitere verabschiedeten sich ebenfalls und in der Folge trat eine stark reduzierte Thumb-Truppe den Weg zum ausgesuchten Kino an.
"Piraten der Karibik 2" wußte zu gefallen, aber das Wochenende war dann doch sehr anstrengend gewesen und bei der Lauflänge des Film war es nicht sehr verwunderlich, daß bei den meisten Thumblern die Augen schon mal zufielen. Laurelus fand das jedoch sehr sympathisch zumal außer Jack jeder abstritt, eingenickt zu sein.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof, wo wieder einige verabschiedet werden mußten, waren dann auch alle schon sehr still. Es passte schon zum ganzen Szenario: als die letzten Thumbler, gerade mal eine Handvoll, vom Bahnhof aus zurück zum Parkhaus gingen, kam der Regen.
Im Parkhaus wurde sich dann noch verabschiedet und dann verließen die letzten Thumbler Düsseldorf.

Zurück blieben 2 Außerirdische Agenten, die einen klaren Auftrag hatten, diesen aber nicht zur Zufriedenheit ihres Vorgesetzten ausführen konnten.
"Weißt du Hardus? Ich glaube wir haben viel über die Menschen der Erde gelernt. Gelernt, wozu eine Gemeinschaft in der Lage sein kann, wenn sie positiv denkt. Und jetzt habe ich keine Lust, nach Hause zu fliegen". Hardus dachte kurz nach, was sie bei der Rückkehr unter Umständen erwarten würde, " Ich auch nicht. Was hälst du von einem kleinen Exkurs über Reichelsheim? Ich hatte den Eindruck, daß ein paar der Thumbler den Hals nicht voll kriegen und das Wochenende dort verlängern werden", er lachte wieder frech, aber diesmal waren seine Absichten positiver Natur; er wollte einfach noch ein wenig Teilhaben am Thumb-Dasein.

Und als Chritz am 02.August im Thumb-Board zu jos schrieb: "Und diese komischen Knarzgeräusche, obwohl über dir gar niemand mehr wohnt... kein Wunder, dass die Katze Angst hat!", wußten nur Laurelus und Hardus und eine schlaue Katze, wer diese Geräusche verursacht hatte.



EPILOG

Laurelus und Hardus verließen den Thronsaal und waren sichtlich erleichtert. Der Zorn des Großen Z'am - P'ano hielt sich in Grenzen. "Das ist ja nochmal gut gegangen", meinte Laurelus und kratzte sich den Kopf. "Ja, er versucht jetzt wohl Plan B und möchte Thumb mit einer Agentin unterwandern, die schon in der Vergangenheit fast Erfolg gehabt hätte. Sie war auch auf dem Jubi." Laurelus wurde nervös, Sollen wir die Thumbler irgendwie warnen, Hardus?" - "Ha, die können gut auf sich achten und mit der neuen Situation kommen die wohl auch noch klar.
" Laurelus blickte erleichtert und begann an seinen Jackenknöpfen zu fummeln. "Aber hallooo?", setzte Hardus nach, "...wenn der große Z'am-P'ano uns gnädig am Leben läßt, wie kannst du dann ein lapidares "Megaknuddeldoll" erwidern? Du bist doch kein Thumbler!"

Laurelus blickte Hardus mit einer Zuversicht an, die dieser noch nie bei ihm gesehen hatte. "Warum eigentlich nicht!!!!!" - Er zog seine Jacke aus und zum Vorschein kam ein Thumb-Shirt. Laurelus schritt den Korridor hinunter und begann leise zu singen:

I can’t stop this feelin’
Deep inside of me
Girl you just don’t realize
What you do to me

I’m hooked on a feeling
I’m high on believin’
That you’re in love with me

Allen eine gute Reise nach Düsseldorf und viel viel Spaß beim Jubi 2007!


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